Urbex #31- Abtreten

•Juni 25, 2017 • Schreibe einen Kommentar

Gleiche Stadt, gleiches Problem. Diese ehemalige Kaserne befindet sich in der gleichen Stadt wie das Postgebäude aus meinem letzten Beitrag. Auch hier soll ein Einkaufszentrum entstehen, doch die Pläne hängen seit Jahren im Genehmigungsverfahren fest. Ein Großteil der Gebäude wurde schon dem Erdboden gleich gemacht, der Rest wird entweder anderwertig genutzt oder steht leer und fällt immer mehr dem Vandalismus zum Opfer.

 

Urbex #30 – Der Stoff kommt mit der Post

•Juni 18, 2017 • Schreibe einen Kommentar

Dieses ehemalige Postgebäude ist in den letzten Jahren zu einer Drogenburg mutiert und gilt als ein Schandfleck der Stadt. Geplant ist, dass an dieser Stelle ein Einkaufszentrum errichtet wird, doch die eingebrachten Baupläne wurden in den vergangenen Jahren immer wieder abgelehnt.

Wandern in der Rinnerbergklamm

•Juni 5, 2017 • Schreibe einen Kommentar

Das schöne Wetter wollte genutzt werden. Die Route führte vorbei am Rinnerberger Wasserfall zur Rinnerbergklamm über den Hambaumsattel zurück zum Auto. Als Gehzeit war 3 Stunden angegeben, allerdings war ich deutlich kürzer unterwegs, denn 3 Stunden brauchte ich mit zahlreichen Fotopausen.

Urbex #29- Burning hut

•Juni 5, 2017 • Schreibe einen Kommentar

Von allen Lost Places üben Brandruinen auf mich die größte Faszination aus. Die Kontraste, die dort zu finden sind, sind einzigartig.

Dieses Haus ging im Februar 2015 in Flammen auf. Die Bewohner waren bei dem Brand zum Glück nicht im Haus, aber ihre 4 Hunde starben in den Flammen. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich durch die Wärmelampe eines Terrariums, die auf ein Sofa fiel und dieses in Brand setzte.

 

Urbex #28- Das Vermächtnis des Herrn A. – [Revisit]

•November 5, 2016 • Schreibe einen Kommentar

Obwohl das nun mein zweiter Besuch war, war die Location nicht weniger fesselnd als beim ersten Mal.

Vermutlich wird es der letzte Besuch gewesen sein. Das Grundstück wurde wie befürchtet verkauft und wird geräumt, ein Teil der Autos wurde bereits entfernt.

Reisebericht Samos 2016

•Oktober 9, 2016 • Schreibe einen Kommentar

Vorbereitungen: Abgesehen von der Buchung des Urlaubs etwa 3 Monate im Voraus hielten sich die Vorbereitungen in Grenzen. Nach Samos sollte es gehen, genauer gesagt in den Ort Kampos im Süden der Insel. Gebucht hatte ich ein Zimmer in einem Drei-Sterne-Hotel mit Halbpension. Auf den Kauf eines Reiseführers hatte ich bewusst verzichtet. Da es von Linz keinen Direktflug nach Samos gibt, wählte ich die Anreise mit dem Zug. Zur Sicherheit hatte ich im Voraus einen Sitzplatz reserviert, denn besonders am Freitag Abend können die Züge auch mal voller werden.

Tag 1- 03.10.2016

Schon eine Stunde früher als nötig bin ich wach. Mit dem Auto geht es zum Bahnhof, von dort um 07:36 mit dem Regionalzug nach Linz und von dort mit dem Railjet direkt zum Flughafen Wien. Um 10:00 erreichen wir pünktlich den Bahnhof. Nach der Aufgabe meines Koffers erkunde ich den Flughafen, denn seit dem großen Umbau bin ich nicht mehr im Abflugbereich gewesen. Das Boarding beginnt pünktlich und ich nehme meinen Fensterplatz in Beschlag. Der Airbus A319 ist – wenn überhaupt- gerade mal zu einem Drittel gefüllt. Etwas mehr als 2 Stunden später landen wir am Flughafen von Samos. Der Flughafen ist eine Herausforderung für Piloten: Der Anflug erfolgt über die Berge und mit etwas mehr als 2km Pistenlänge ist die Landebahn für einen internationalen Flughafen sehr kurz. Nach der Landung wird durchgesagt, dass das Fotografieren am Flughafen verboten sei, da es sich gleichzeitig um einen Militärflugplatz handele. Nach dem Ausstieg werden wir zu Fuß in die ca. 100m entfernte Ankunftshalle gelotst, wo ich keine 10 Minuten später meinen Koffer vom Förderband nehmen kann. Vor dem Flughafen wartet schon eine Mitarbeiterin des Reiseveranstalters, die mir das Taxi zeigt, das mich und 2 andere Reisende nach Kampos bringen soll. Insgesamt war das nicht nur die kürzeste Zeitspanne vom Aussteigen aus dem Flugzeug bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mit dem Koffer vor dem Flughafen stehe (etwa 15 Minuten), sondern mit vielleicht 300m auch die kürzeste Strecke, die ich bisher erlebt habe.

Der Weg nach Kampos führt über eine Bergkette und somit über sehr kurvenreiche Straßen und der rasante Fahrstil des Taxifahrers macht den Transfer zu einem Erlebnis der besonderen Art. Ich bin wieder einmal froh, einen robusten Magen zu haben. Etwa eine Stunde später hält das Taxi vor meinem Hotel in Kampos. Ich erhalte meinen Zimmerschlüssel und trage meinen 18kg-Koffer eine Wendeltreppe hoch in den ersten Stock. Mein Doppelzimmer zur Alleinnutzung ist zweckmäßig eingerichtet, aber sauber. Mehr ist aber auch nicht nötig, das Zimmer brauche ich ja nur zum Schlafen. Nachdem ich meinen Koffer ausgepackt habe, erkunde ich den Ort. Es gibt eine ganze Menge Restaurants, Bars und Tavernen, von denen aber viele bereits geschlossen haben. Kein Wunder, die Hauptsaison ist ja schon vorbei. Auch drei Supermärkte und mehrere Souvenirshops finde ich. Zahlreiche Auto- Motorrad- und Fahrradverleiher runden das Angebot ab. Die Zeit vergeht schnell und schon ist es Zeit für das Abendessen. Das findet in der Taverne gleich gegenüber des Hotels statt. Es gibt ein 3-Gänge-Menü, der Menüplan wird morgens im Hotel ausgehängt. Falls es etwas gibt, was man absolut nicht mag, kann man bis Mittag noch Bescheid sagen und bekommt etwas Anderes. Allergien, vegetarische Ernährung, etc. werden beim Einchecken abgefragt und so bekomme ich statt dem eigentlich auf dem Plan stehenden Fleischgericht nach der Linsensuppe einen Teller Briam. Als Dessert gibt es frische Melone. Durch die Anreise etwas erledigt lege ich mich nach dem Essen mit einem Buch ins Bett und es dauert nicht lange, bis ich das Licht ausschalte und mich schlafen lege.

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Tag 2- 04.10.2016

Nach dem Aufstehen genieße ich das Frühstücksbuffet auf der Hotelterrasse. Das Buffet ist überschaubar. Vor Allem Obst und Gemüse vermisse ich, denn außer Gurkenscheiben und Oliven gibt es leider nichts in diese Richtung. Aber mein geliebtes griechisches Joghurt mit Honig stimmt mich wieder friedlich.

Nach dem Frühstück folge ich der Straße, die am Hotel vorbeiführt, in die andere Richtung, denn dort bin ich am Vorabend noch nicht unterwegs gewesen. Das Bild ist aber ähnlich, nur das der Ort relativ bald zu Ende ist. Ich erkläre den Tag zum Wellness-Tag und vereinbare in einem anderen Hotel mit Spa-Bereich einen Massagetermin für den Nachmittag. Nach der Massage fühle ich mich erfrischt, den Geruch von Olivenöl habe ich noch immer in der Nase. Am Rückweg kaufe ich ein paar Ansichtskarten und verbringe die restliche Zeit mit Ansichtskarten-schreiben und lesen auf der Hotelterrasse. Vor dem Abendessen springe ich noch schnell unter die Dusche, dann gehe ich hinüber in die Taverne. Es gibt Gemüsesuppe, vegetarisch gefüllte Weinblätter und Schokocreme. Danach kaufe ich noch viel Wasser für den nächsten Tag. Ein Hotelmitarbeiter hat mir einen Ausflug zur Pythagoras-Höhle empfohlen und da man ja keine Flüssigkeiten mehr im Flugzeug transportieren darf, habe ich weder Wasser noch Flaschen um für die Wanderung gerüstet zu sein. Auch für Langzeitbelichtungs-Experimente bleibt noch Zeit.

 

Tag 3- 05.10.2016

Nachdem ich den Ort Kampos in den letzten 1,5 Tagen ausgiebig erkundet habe, beschließe ich, dass es nun Zeit wird, etwas Neues zu entdecken. Da bietet sich die Pythagoras-Höhle geradezu an. Von Kampos aus sind es etwa 4,5km. Theoretisch ist es möglich, bis kurz vor die Höhle mit dem Auto zu fahren- ich würde es aber niemandem empfehlen, es sei denn, man hat ein geländetaugliches Fahrzeug. Der Weg führt von der Küste weg ins Gebirge. Er ist gut ausgeschildert und die Steigung moderat, vernünftiges Schuhwerk ist aber empfehlenswert.

 

Nach etwa 1,5 Stunden (Pausen zum Fotografieren der Landschaft inkludiert) erreiche ich das kleine Café am Fuße des Berges, in dem sich die Höhle befindet. Von dort aus führen eine Reihe Stufen steil nach oben. Hier ist absolute Konzentration gefragt, es gibt keine seitlichen Sicherungen. Nach etwa 15 Minuten komme ich oben an und habe einen schönen Ausblick in das Tal, das zur Höhle führt. Die Höhle ist jetzt kein Highlight, aber es ist angenehm kühl darin. Vor der Höhle befindet sich eine kleine Kapelle.

Nach einer kurzen Pause steige ich wieder ab und frage im Café nach, ob man den Weg, der zum Café führt, weiter hochgehen darf. Immerhin ist es erst später Vormittag, und ich hatte eigentlich gehofft, von der Höhle aus das Meer sehen zu können. Das ist aber nicht möglich, davor liegt noch eine Bergkette und der Weg scheint dort hochzuführen. Ich bekomme die Auskunft, dass das kein Problem sei und ich in etwa 5km in einem Dorf landen würde. Also mache ich mich auf den Weg. Tatsächlich habe ich einen guten Blick aufs Meer, als ich endlich oben ankomme.

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Ich beschließe, einen Weg zur Küste zu suchen und je nachdem, wo ich letztendlich lande, entweder zu Fuß nach Kampos zurückzugehen oder mit dem Taxi zu fahren. Hier hätte sich Vorbereitung ausgezahlt, denn ich verbringe gut 1,5 Stunden damit, einen Weg ins Tal zu suchen. Ausgeschildert ist da nichts mehr, an jeder Wegkreuzung setze ich eine Markierung und fotografiere die Kreuzung, um den Rückweg wiederzufinden. Ich bin nun mitten in der griechischen Pampa und es sieht alles gleich aus.

Ich klopfe an den Türen der wenigen Häuser, an denen ich vorbeikomme, um nach dem Weg zu fragen, aber leider öffnet niemand. Letztendlich muss ich aufgeben und entschließe mich, zur Höhle zurück und von dort aus nach Kampos zu gehen, denn ich merke, dass ich körperlich an meine Grenzen gelange und ich muss ja auch noch die 7km Rückweg bewältigen. Als ich zurück zur Höhle gehe, begegne ich zwei jungen Männern mit Gewehren- der einzige Moment der ganzen Reise, an dem ich mich alleine unwohl fühle. Im griechischen Outback fernab der Zivilisation zwei bewaffneten Männern zu begegnen ist ein besonders beruhigendes Gefühl. Ich grüße auf Griechisch, sie grüßen zurück, und ich gehe weiter.

Als ich das Café erreiche, ist es früher Nachmittag und ich mache erst mal Pause. Im Café gibt es Getränke und ein paar Snacks zur Auswahl- ich entscheide mich für ein Wasser und typisch griechisches Joghurt mit Honig. Es besteht auch die Möglichkeit, vor Ort Souvenirs sowie Honig und Gewürze aus eigener Produktion zu erwerben. Ich frage die Kellnerin nach dem Weg zur Küste und sie erklärt mir, dass es nur vom besagten 5km entfernten Dorf möglich ist, ins Tal zu gehen. So weit bin ich aber gar nicht gegangen, weil es mir nicht sinnvoll erschien, die Bergkette entlangzugehen, wo ich doch eigentlich runter ans Meer will.  Hier hätte sich etwas Vorbereitung tatsächlich bezahlt gemacht, aber der Abenteuereffekt wäre deutlich geringer gewesen. Mit einem Glas Honig im Gepäck mache ich mich auf den Weg Richtung Kampos.Die letzten 1,5km kommen mir endlos vor. Der Abstieg geht zwar schneller als der Aufstieg, stellt aber eine deutlich höhere Belastung für die Knie- und Fußgelenke dar und das spüre ich mittlerweile. Im Hotel angekommen befreie ich mich erst mal von der verschwitzten Kleidung und gehe duschen- eine Wohltat nach einer 14km-Wanderung. Danach ist es 16:00 und ich nehme mit einem Buch eine Liege am Strand in Beschlag, denn zu weiteren Unternehmungen bin ich definitiv nicht mehr in der Lage. Erst, als es Zeit zum Abendessen ist, stehe ich wieder auf. Es gibt einen griechischen Salat, danach mit Reis gefüllte Paprika und als Abschluss typisch griechischen Orangenkuchen mit Sirup. Nach dem Essen werde ich von 2 deutschen Frauen eingeladen, mich zu ihnen an den Tisch zu setzen. Sie erzählen mir von einer Rundwanderung, die sie an diesem Tag unternommen haben und die an einer schönen Taverne vorbeiführt. Ich fotografiere mir die Route aus dem Reiseführer ab und freue mich, ein Programm für den nächsten Tag gefunden zu haben.

 

Tag 4- 06.10.2016

Um 06:30 bin ich auf den Beinen und gehe runter zum Strand, um den Sonnenaufgang zu fotografieren.

Obwohl mir nach dem gestrigen Tag noch immer die Füße wehtun, mache ich mich nach dem Frühstück auf den Weg zu einem von der Rezeptionistin als vertrauenswürdig empfohlen Auto- und Fahrradverleih. Der Plan ist ein Mietwagen, doch der Inhaber des Verleihs holt mich zurück auf den Boden der Tatsachen. Das Mindestalter für Mietwagen beträgt 23 Jahre- ich bin somit um ein halbes Jahr zu jung. Also wird es statt einem Auto eben ein Fahrrad. Die Gangschaltung ist etwas eingerostet, die Bremsen funktionieren kaum, aber dafür kostet der Spaß gerade mal 5€ pro Tag.

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Mit dem Rad fahre ich 6km Richtung Westen, bis ich den kleinen Ort Limnionas erreiche. Am Strand befestige ich das Rad mit einem von mir mitgebrachten Schloss an einer Stange und mache mich von dort aus zu Fuß auf den Weg, den abfotografierten Plan habe ich ja dabei. Den dort beschriebenen Trampelpfad finde ich zwar nicht, aber ich folge einfach der Straße bis in den beschaulichen Ort Kyriaki.

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Dort suche ich den in dem Reiseführer der Deutschen beschriebenen und angeblich markierten Weg, doch alle Wege, die ich einschlage, enden in besseren Trampelpfaden und ich kann nicht erkennen, welcher davon der richtige ist. Also frage ich mehrere Einwohner. Keiner davon spricht Englisch, die Verständigung erfolgt mit Händen und Füßen, doch weiterhelfen kann mir niemand. Schließlich treffe ich eine deutschsprachige Auswanderin, die mir davon abrät, den Weg alleine zu gehen. Er sei sehr unwegsam und wenn ich mich verletze, hätte ich keine Chance auf Hilfe. Nach gut 40-minütiger Suche bleibt mir letztendlich nichts anderes übrig, als umzudrehen und zurück nach Limnionas zu gehen.

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Die von den 2 Deutschen erwähnte Taverne möchte ich auf alle Fälle besuchen, also beschließe ich, den Rundweg von der anderen Seite aus anzutreten. Von Limnionas aus sind das 3km und ich mache mich motiviert auf den Weg. Theoretisch kann man auch mit dem Auto direkt bis zur Taverne fahren, davon würde ich aber eher abraten. Die Straße ist am letzten Stück unbefestigt, stellenweise sehr schmal und seitlich geht es steil bergab.

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In der Mittagshitze ziehen sich die 3km mehr als gedacht und mehrmals überlege ich mir umzudrehen, weil ich überzeugt bin, irgendwo falsch abgebogen zu sein.

Die Taverne „At the end of the world/Am Ende der Welt“ macht ihrem Namen alle Ehre. Endlich entdecke ich das Schild, dass die Taverne in 800m ankündigt. Jetzt muss sie nur noch geöffnet sein- und ich habe Glück. Die Taverne wird von einem älteren Ehepaar betrieben- er ist Grieche, sie ist Österreicherin. Obwohl es die einzige Taverne weit und breit ist, sind die Preise erstaunlich niedrig. Für eine große Portion Tsatsiki mit Weißbrot zahle ich gerade mal 2,50€. Das Baden am Privatstrand der Besitzer bekomme ich kostenlos dazu.

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Nach der Abkühlung trete ich den Rückweg nach Limnionias an (der Weg scheint diesmal erstaunlicherweise deutlich kürzer). In Limnionas angekommen, mache ich mich mit dem Rad den Rückweg nach Kampos. Unterwegs mache ich Halt beim Golden Sand Beach. Er ist in der Gegend für seinen feinen Sand bekannt. Nach einer kurzen Abkühlung im Meer fahre ich zurück nach Kampos, bringe das Fahrrad zurück und gehe erst mal duschen. Anschließend ist es auch schon Zeit für das Abendessen. Es gibt Briam als Vorspeise, gefolgt von Zuccinibällchen mit Pommes und anschließend griechisches Joghurt mit Honig und Nüssen. Nach dem Essen packe ich schon mal alles ein, was ich nicht mehr brauche. Das Stativ muss noch draußen bleiben, denn in der Nacht möchte ich den Sternenhimmel fotografieren. Um 22:00 gehe ich nochmal raus und gönne mir in einer Bar direkt am Strand zur Feier des letzten Abends einen Cocktail. Bei einem Banana Colada und gesalzenen Erdnüssen halte ich noch nie Ereignisse des Tages in meinem Tagebuch fest, bevor ich mich gut eine Stunde später auf den Rückweg zum Hotel mache und ins Bett falle.

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Tag 5- 7.10.2016

Um 2:30 wache ich auf und wundere mich, dass der für 2:00 gestellte Wecker nicht geläutet hat. Ich habe aber keine Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, schnappe das bereitgelegte Stativ, meine Fototasche und die Taschenlampe und gehe zum Strand- ist ja zum Glück nicht weit. Leider brennt auch nachts die Straßenbeleuchtung, die mir ziemlich ins Werk pfuscht, aber zumindest die Taverne ist geschlossen und dunkel und am Ende sind doch ein paar brauchbare Fotos dabei.

Eine Stunde später liege ich wieder im Bett und schlafe noch ein paar Stunden, bevor ich um 7:00 aufstehe und mir ein letztes Mal den Sonnenaufgang ansehe. Anschließend gehe ich frühstücken. Das griechische Joghurt mit Honig auf der Terrasse bei angenehmen Temperaturen werde ich sehr vermissen. Danach räume ich mein Zimmer und gebe den Schlüssel ab. Den Koffer deponiere ich an der Rezeption. Ich checke nochmal die Abfahrtszeit des Transfers: 12:40. So kann ich um 12:00 noch in der Taverne Mittagessen, denn ich bezweifle, dass ich auf dem „Provinzflughafen“ die Möglichkeit dazu haben werde. Die restliche Zeit verbringe ich damit, durch den Ort zu spazieren und noch letzte Mitbringsel einzukaufen. Als ich diese noch in den Koffer packen will, informiert mich die Rezeptionistin, das die Abfahrt zum Flughafen verschoben wurde. Das Taxi, das eigentlich kommen sollte, sei kaputt, ich müsse nun 20 Minuten früher mit einem anderen Bus fahren. Das bringt die Planung etwas durcheinander. Gegen 11:30 mache ich mich auf den Weg in die Taverne zum vorgezogenen Mittagessen. Mit Tsatsiki und Saganaki mache ich es mir auf der Terrasse gemütlich.

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Pünktlich um 12:20 kommt der Bus. Die Größe scheint mir etwas übertrieben, denn auch nachdem wir an 3 anderen Hotels gehalten haben, sind nicht mal 10 Leute im Bus. Die Fahrt zum Flughafen dauert etwas über eine Stunde. Nun lerne ich auch mal die Abflughalle kennen, die wie die Ankunftshalle eher überschaubar ist. Etwa 60m lang und halb so breit, die Anzahl der Check-In-Schalter lässt sich an einer Hand abzählen, aber zumindest einen kleinen Kiosk gibt es. Auch das Check-In-Prozedere läuft etwas anders, als ich es gewohnt bin: Am Schalter werden die Koffer zwar gewogen, mit dem Band versehen und man bekommt die Bordkarte, muss dann aber selbst den Koffer auf eines von zwei Förderbändern äußeren Rand der Halle legen, wo er durchleuchtet wird und schließlich verschwindet. Nachdem ich das getan habe, schlage ich noch etwas Zeit tot. Als eine halbe Stunde vor Abflug die Abflughalle unheimlich leer wird, mache auch ich mich auf den Weg. Die obligatorische Sicherheitskontrolle bleibt mir trotz der geringen Größe des Flughafens nicht erspart, aber anstatt mehreren parallelen „Kontrollstationen“ gibt es hier gerade mal eine. Dahinter befinden sich in einer kleinen Halle ein Kiosk, ein Duty-Free-Shop und Wartebereiche für 4 Gates. Das Boarding beginnt pünktlich. Mit Bussen werden wir nach und nach zum Flugzeug gebracht. Anders als beim Hinflug scheint der Flieger bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit etwas Verspätung heben wir Richtung Heimat ab. Der Flug scheint kein Ende nehmen zu wollen. Scheinbar haben wir Aufgrund der Verspätung auch unseren Landeslot verpasst, denn wir drehen ein paar Runden über dem Neusiedler See, bevor wir eine halbe Stunde später als geplant endlich auf der Piste 34 landen. Es ist später Nachmittag, „Rush hour“ sozusagen, und dementsprechend lange dauert es, bis ich endlich meinen Koffer auf dem Förderband erspähen und in Sicherheit bringen kann. Schon 30 Minuten später sitze ich im Zug zurück nach Linz. In diesem Fall war die Sitzplatzreservierung wirklich sinnvoll, denn der Zug ist voll. Draußen ist es inzwischen dunkel geworden. Einzig das Umsteigen in Linz ist nochmal etwas stressig, da ich nur 6 Minuten Zeit habe. Aber es geht alles gut, und um 21:30 kann ich den Schlüssel in das Schloss meiner Wohnungstür stecken.

 

Fazit: Anfangs hatte ich Bedenken, ob mir alleine nicht die Decke auf den Kopf fallen wird, doch jetzt kann ich sagen: Die Vorteile vom alleine Reisen überwiegen für mich deutlich. Man kommt viel mehr mit anderen Menschen in Kontakt. Der Ort Kampos ist touristisch noch nicht so überlaufen (zumindest zu dieser Zeit nicht), was ich als sehr angenehm empfand. Die Einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ich bin stark am überlegen, ob ich nächstes Jahr wiederkomme- dann aber sicher länger als 5 Tage.

Urlaub Samos 2016

•Oktober 9, 2016 • Schreibe einen Kommentar